#58 Verbeamtet!? Was du dann über Versicherungen, Zuschläge & Co. wissen musst

Shownotes

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In dieser Folge nehmen dich Anja und Helene mit in ein komplexes, aber unglaublich wichtiges Thema: Versicherung und Absicherung für Beamt*innen.

Themen dieser Folge:

  • Unterschied zwischen Bundes- und Landesbesoldung
  • Familienzuschläge: Wer bekommt wie viel – und wann fällt er weg?
  • Beamtenpension: Realität statt Mythen
  • Krankenversicherung: GKV vs. PKV, Beihilfe & das Hamburger Modell
  • Dienstunfähigkeit & Berufsunfähigkeit: Was du unbedingt absichern solltest!
  • Diensthaftpflicht: Warum sie (nicht nur) für Lehrer*innen wichtig ist
  • Altersvorsorge trotz Pension – ja oder nein?

Persönlicher Einblick: Anja spricht über ihre eigene Beamtenvergangenheit und beleuchtet das Thema aus feministischer und sozialpolitischer Sicht – inklusive klarer Kritik am System: Warum fallen Alleinerziehende finanziell so oft durchs Raster?

Empfohlene Links & Empfehlungen: Mehr zur Beihilfe und dem Hamburger Modell: Bund der Versicherten Podcast Der Finanzkopf von Kai: speziell für Polizistinnen & Beamtinnen Unsere Folge zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Folge 4 Pflegeversicherung & Vorsorge: Unsere Folge mit Birga Mellmann

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Transkript anzeigen

00:00:06: Wusstest du das?

00:00:07: Das macht mich einfach sehr, sehr traurig und wütend.

00:00:11: Das ist tragisch.

00:00:12: Ja, total.

00:00:16: Ja, das stimmt.

00:00:17: Da sind wir wieder bei der Schere.

00:00:18: Das macht mich wirklich unfassbar wütend, dass mir die Worte fehlen.

00:00:21: Das ist ein guter Punkt.

00:00:27: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:29: Wir sind deine Verstärkung von Vervendo.

00:00:31: Ein Podcast für nachhaltige Versicherungen und sozialethisches Finanzwesen.

00:00:36: Hier geht es nicht nur um deinen persönlichen Wohlstand, sondern auch um eine bessere Zukunft für uns alle.

00:00:42: Im heutigen Format kurz erklärt, bringen wir Beispiele aus unserem Alltag mit und wollen dich auf leicht verständliche Art mit Themen rund um Finanzen und Versicherungen vertraut machen.

00:00:52: Das soll dich befähigen, nicht nur deine eigene Zukunft zu gestalten, sondern auch zu positiven Veränderungen in der Welt beizutragen.

00:01:00: So werden wir ganz nebenbei zu deiner Verstärkung.

00:01:06: Ich bin Anja Werner, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Verwendet zusammen mit Helene Marketing Team und studiere nebenbei Mediendesign.

00:01:12: Mein Name ist Helene Bossmann, ich bin Diplomatriebswirtin und habe ein Master in Wirtschaftspädagogik.

00:01:17: Ich bin seit elf Jahren selbstständig als Versicherungsmarklerin und seit fast zehn Jahren bei Verwendet.

00:01:21: Hallo Helene!

00:01:22: Hi

00:01:22: Anja!

00:01:23: Ich begrüße unsere Hörerinnen und Hörer zum Podcast, der euch bei Finanzwissen und Versicherungswissen stark macht und fit macht.

00:01:30: Ich bin Anja, das habe ich eben schon gesagt.

00:01:32: Und Helene ist natürlich auch als eure Expertin heute wieder am Start.

00:01:36: Hallo, Anja.

00:01:38: Ich bin heute moderatorisch unterwegs.

00:01:39: Nee,

00:01:39: nicht schlecht.

00:01:40: Heißt das moderatorisch?

00:01:41: Egal, moderierend.

00:01:44: Können wir etablieren?

00:01:45: Kein Thema.

00:01:47: Ich habe schon wieder ein Thema mitgebracht, das nämlich auch aus meiner Historie kommt und ich gerade witzigerweise auch mit zwei Kundinnen gerade behandle.

00:01:56: Und das ist das Thema Beamtentum.

00:01:59: Ich kenne ein paar Beamtenwitze.

00:02:01: Kann ich mit einfließen lassen?

00:02:02: Nein.

00:02:02: Natürlich nicht, war nur Spaß.

00:02:03: Ein, zwei nehmen wir auf jeden Fall.

00:02:07: Also ja, aus der persönlichen Historie, weil ich ja auch mal kurzzeitig Lehramtsanwärterin war als Lehrerin und habe ja dann recht schnell entschieden, ich bin irgendwie nicht mehr so richtig anstellbar und dass Lehrer sein im staatlichen Stuhldienst ist mit meiner Familie irgendwie nicht so kompatibel.

00:02:25: Und mit meinem Job hier bei Verwendung auch nicht.

00:02:27: Und dann habe ich mich recht schnell entschieden, nee, ich lasse das, ich unterrichte wieder an einer privaten Berufsschule und mache hier jetzt ganz viel.

00:02:35: Ja, Gott sei Dank ist das so.

00:02:37: Also das einzige, was ich mit Beamten zu tun habe, ist, natürlich habe ich ein paar Bekannte so, aber mein Papa war immer meine ganze Leben, also so ziemlich, mein ganzes Leben, an das ich mich erinnere, verbeamtet, nämlich als Polizist und jetzt ist er ein pensionierter Beamter.

00:02:52: Ah, sehr schön.

00:02:53: Das heißt, du hast bestimmt so aus der Familie in Sicht noch ein paar Aspekte, die da mit reinfließen lassen.

00:02:58: Ja, sehr gut.

00:02:59: Ich möchte nämlich heute mit euch besprechen, was Verdienbeamte eigentlich so und neuerdings, welche Versicherung brauchen sie, welche Versicherung haben sie schon und brauchen sie vielleicht nicht mehr.

00:03:10: Und all das, was da so auf euch zukommt, also natürlich gerne für die neuen Beamten, also die, die jetzt verbeamtet werden oder kurz davor stehen.

00:03:18: oder verbeamtet worden sind und sich denken, what the... und so weiter.

00:03:25: So ging's mir nämlich auch, ich muss gestehen.

00:03:28: Da kommen wir gleich bestimmt noch zu, aber ich komme aus dem Bereich und bin verbeamtet worden.

00:03:32: und dann kam so, wir brauchen die Geburtsturkunden ihrer Töchter, weil Familienzuschlag und ich so, so was gibt's?

00:03:38: Also auch ich war da sehr blauäugig.

00:03:40: Also deswegen gut zu wissen, was da eigentlich passiert, Besoldungstabellen etc.

00:03:45: Wir brechen das in kleine Teile runter.

00:03:47: Die Beamten sind ja oder haben vor allem den Ruf, grundsätzlich auf der sicheren Seite zu sein.

00:03:52: Also, sie haben ein Job auf Lebenszeit, unkündbar, also zumindest nahezu eine fette Pension, wie man so schön sagt.

00:03:59: Gibt es da gerade Änderungen?

00:04:01: Ich habe irgendwas von Gehaltserhöhungen gehört in den Medien.

00:04:04: Ja,

00:04:04: da hat sich kürzlich einiges getan.

00:04:06: Um nämlich die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern, wurden ... ... für Beamte kräftige Besoldungserhöhungen beschlossen.

00:04:14: Zum Beispiel beim Bund gab es Rückwirkungen zum ersten März, ... ... einen Sockelbetrag von ... ... und zusätzlich ... ... und am Strich macht das für Bundesbeamte ca.

00:04:27: ...

00:04:30: Schön für Sie.

00:04:31: Ich meine, es ist natürlich auch wahr, die Kosten sind gestiegen, die Lebenserhaltungskosten der Menschen, aber das klingt schon nach einem ordentlichen Plus.

00:04:40: Und gilt das für alle Beamten in Deutschland?

00:04:42: Für Bundesbeamte Ja wurde es eins zu eins übernommen.

00:04:45: Die Länder regeln ihre Besoldung aber selbst.

00:04:47: Also alles, was wir hier besprechen, ist... bei Landesbeamten auch immer unterschiedlich.

00:04:53: Manchmal nennen wir die Länder, manchmal eben nicht.

00:04:56: Also da Hinweis, guckt euch nochmal genau an, wie es für euer Bundesland ist.

00:05:01: Aber die meisten Länder haben ähnliche Anpassungen gemacht oder sie planen sie.

00:05:04: Niedersachsen hat per Gesetz ab November, die Grundgehälter um zwei Hundert Euro angehoben.

00:05:10: NRW und in anderen Ländern stehen ebenfalls Besoldungsrunden an.

00:05:14: Also insgesamt achten die Dienstherren darauf, dass die Besoldung amts angemessen bleibt, also verfassungsgemäß mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung.

00:05:21: Schritt hält.

00:05:22: Amts angemessen.

00:05:24: Schönes Wort.

00:05:25: Wie sieht es denn konkret aus?

00:05:26: Was verdient ein Beamter denn so im Schnitt?

00:05:28: Gibt es Unterschiede zwischen Lehrer und Polizisten?

00:05:30: Feuerwehrleuten wahrscheinlich schon.

00:05:32: Was?

00:05:32: Ja, das Gehalt richtet sich nach Besoldungsgruppen.

00:05:36: A, B etc.

00:05:37: und Stufen.

00:05:39: Jetzt Lehrer.

00:05:40: mal als Beispiel aus dem Bereich, aus dem ich komme.

00:05:42: Lehrer mit ersten und zweitem Staatsexamen werden je nach Schulform, meist in A-II oder A-III eingestuft.

00:05:49: Ein verbeamteter Gymnasial-Lehrer ist oft A-III.

00:05:52: Das bedeutet ein Grundgehalt von um die fünftausend Euro brutto im Monat.

00:05:55: Hier natürlich je nach Erfahrungsstufe kann das weiter nach oben.

00:05:59: Polizisten im gehobenen Dienst fangen häufig in A-IX an.

00:06:02: Das sind Einstiegsgehälter um die drei tausend dreihundert bis dreitausend vierhundert Euro.

00:06:06: Im mittleren Dienst ist es eher A seven, A acht, also knapp zwei tausend neunhundert, dreitausend, zweihundert Euro zu beginnen.

00:06:12: Und Feuerwehrleute, je nach Laufbahn, ist es ähnlich wie bei der Polizei.

00:06:17: Die haben oft eine Ausbildung im mittleren Dienst und starten dann also auch in den Regionen.

00:06:22: Also Gehälter sind schon mal verschieden und Pensionseintritte auch, aber darüber haben wir noch nicht gesprochen.

00:06:28: Lehrer verdienen von Anfang an deutlich mehr.

00:06:30: Ach so, okay.

00:06:31: Also verdienen Lehrer von Anfang an deutlich mehr als zum Beispiel junge Polizisten?

00:06:35: Meistens schon, das spiegelt die Ausbildung und die Verantwortung wieder.

00:06:38: Lehrer verdienen ja erst, nachdem sie mindestens fünf Jahre studiert haben, drei Jahre für den Bachelor, zwei Jahre für den Master und den Vorbereitungsdienst gemacht haben, der also der ungefähr anderthalb Jahre dauert.

00:06:49: Das heißt, da stecken schon mal um die sieben Jahre Ausbildung drin, bevor die eigentlich wirklich Geld verdienen.

00:06:54: Während Polizisten ja schon in ihrer Ausbildung Geld verdienen.

00:06:58: Polizisten bekommen zum Beispiel Zulagen für Schicht- und Gefahreneinsätze.

00:07:03: Außerdem steigen alle mit den Jahren in Stufe und gegebenen Fallsgruppe.

00:07:06: Und apropos Unterschiede, Polizisten und Feuerwehrbeamte dürfen meist früher in Pensionen gehen als Lehrer oder Verwaltungsbeamte.

00:07:12: In vielen Bundesländern liegt die Altersgrenze bei Sechzig oder Anfangsechzig für Polizei und Feuerwehr, weil der Job körperlich so anspruchsvoll ist.

00:07:20: Lehrer und Verwaltungsbeamt hingegen müssen regulär bis Sechzig arbeiten.

00:07:23: Ich möchte noch mal auf die Besoldungsgruppen zurückkommen.

00:07:26: Haben alle Grundschulierer jetzt A-III bekommen?

00:07:30: Nee, das ist aber in Bewegung.

00:07:33: Also vielleicht für den Hintergrund.

00:07:35: Grundschullehrer haben in der Regel A-II bekommen und im Nasial-Lehrer etc.

00:07:39: A-III.

00:07:40: Was ja bedeuten würde, Grundschullehrer werden schlechter bezahlt.

00:07:43: Was man daran ableiten könnte, dass wir Grundschullehrer... dass sie weniger Verantwortung haben oder so.

00:07:48: Ganz persönlich finde ich, ehrlich gesagt, haben Grundschullehrer noch eine viel höhere Verantwortung, weil sie die Grundlagen legen, ob unsere Kinderlesenschreiben rechnen können und Spaß daran haben.

00:07:58: Und das war die Diskussion, dass alle Grundschullehrer A-III bekommen sollen.

00:08:02: Es ist jetzt so, dass einige Länder wie zum Beispiel Berlin haben die Grundschullehrer kürzlich auf A-III angehoben.

00:08:08: Andere Planen ist, auch einfach um den Lehrerberuf attraktiver zu machen.

00:08:11: Also wir hören immer wieder, dass es einen großen Lehrermangel gibt, besonders in Grundschulen.

00:08:15: weil natürlich die Leute, die Lehramt studieren wollen, sagen, hm, war das Studierungsberuf, bei dem ich schon feist, dass ich weniger verdiene, obwohl ich die gleiche Studienzeit und auch ein Referendariat hinten rangehen habe, oder nehme ich ... das Studium und die Ausbildung, wo ich weiß, dass ich mehr verdiene.

00:08:30: Also klar gibt es dann weniger Studenten, die anfangen, Lehramt für Grundschulen zu studieren.

00:08:35: Genau, also es ist auf dem Weg, aber leider noch nicht überall so.

00:08:38: Insgesamt werden die Gehaltsaussichten für Beamte im öffentlichen Dienst aber gerade verbessert, um eben Fachkräfte zu halten und auch zu gewinnen.

00:08:45: Die Gewerkschaften haben da ordentlich Druck gemacht.

00:08:47: Unter anderem soll auch die ein und vierzig Stunden Woche für Beamte wieder auf neun und dreißig Stunden reduziert werden.

00:08:53: Also man versucht den öffentlichen Dienst konkurrenzfähig zu halten und auch finanziell von den Bedingungen her.

00:08:58: Beamte und Beamtinnen haben aber nicht nur Vorteile durch ihren sicheren Job, relativ hohe Bezahlungen und eben auch sehr gute Pensionen für ihren Renteneintritt eventuell, sondern es gibt auch noch so Dinge wie Ehrgattenszuschlag, Familienzuschläge und so weiter, oder?

00:09:12: Richtig.

00:09:13: Wenn jemand verheiratet ist oder Kinder hat, bekommt man da noch mal extra Geld.

00:09:18: Das ist offizieller Bestandteil der Bezügevieler-Beamter und das soll berücksichtigen, dass ein Beamter oder eine Beamtin mit Familie höhere Lasten hat.

00:09:27: Der Familienzuschlag besteht klassisch aus zwei Teilen, einmal dem Ehegatten bzw.

00:09:32: familienbezogenen Teil.

00:09:34: Also wenn du vorheiratet bist oder unterhaltspflichtig, bekommst du einen Zuschlag, leihen wegen dieser familiären Verbindung und es gibt einen kinderbezogenen Teil.

00:09:42: Also pro Kind, das Kindergeld berechtigt ist und die übrigen Voraussetzungen erfüllt, kommt einen Zuschlag hinzu.

00:09:49: Die Beträge steigen mit Kinderanzahl, aber viele Beamte haben mehr als die durchschnittlichen eins, irgendwas Kinder, sondern bei Beamten liegt die durchschnittliche Kinderzahl durchaus auch bei drei.

00:10:04: Wusstest du eigentlich das und das finde ich sozial bedenklich einer Beamtin sagen wir jetzt einfach mal eine Frau, weil wir sprechen hier ja doch sehr viel Frauen auch an in unserem Podcast, die nach der Scheidung dasteht, den Ehegartenzuschlag nicht mehr bekommt.

00:10:18: Was ich auch sozialer Sicht tatsächlich alarmierend finde, weil natürlich ein Mann oftmals ein kostengünstigeres Leben hat nach der Trennung von seiner Frau, eine Frau wiederum aber meistens ein teureres Leben hat, weil sie die Kinder mehr betreut als der Mann und ein schwierigeres Leben.

00:10:32: Ich finde das tatsächlich nicht fair.

00:10:34: Wusstest du das?

00:10:36: Nee, aber ehrlich gesagt habe ich mich damit auch noch nie beschäftigt.

00:10:40: Als ich damals selbst kurzzeitig verbeamtet war, habe ich halt eben diesen Ehrgattenzuschlag bekommen und auch die Kinderzuschläge.

00:10:47: Das Gleiche gilt übrigens auch für die Kinder, wenn das sorgerecht geteilt ist, dann wird auch das der kinderbezogene Teil etwas verändert in Prozenten.

00:10:57: Ich weiß jetzt die genauen Zahlen nicht, aber ich habe tatsächlich eine Freundinentrennung, die mir das alles gerade erzählt hat.

00:11:02: Und das hat mich etwas verwundert darstehen lassen, dass eine Frau dann am Ende mit zwei Kindern mit etwas weniger von ihrem Lohn dasteht als vorher, finde ich aus sozialer Sicht tatsächlich verwerflich.

00:11:14: Ich

00:11:14: muss gestehen, dass das dann nicht anders geregelt ist als bei jeder Angestellten da draußen.

00:11:20: Also jemand, der sich scheiden lässt und vielleicht hat die Frau mehr verdient, hatte Lohnsteuerklasse drei.

00:11:26: Und dann ist die ... Nach der Scheidung hat eine alleinerziehende Lohnsteuerklasse zwei, was wirklich im Centbereich weniger ist als Lohnsteuerklasse eins.

00:11:36: Also wir behandeln unser Alleinerziehenden so, wie wir jemanden behandeln, der ledig ist und keine Kinder hat.

00:11:42: Es ist eben einfach auch so und das macht mich wirklich unfassbar wütend, dass mir die Worte fehlen, dass Frauen, die alleinerziehend sind, einen wirklich geringen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben und wirklich in vielen Punkten... ganz allein dastehen.

00:11:58: In mehrerer Hinsicht aber auch finanziell und was Unterstützungen angeht.

00:12:02: Das ist tragisch.

00:12:03: Ja, total.

00:12:04: Also das macht mich einfach sehr, sehr traurig und wütend.

00:12:08: Ehrlich gesagt meistens traurig.

00:12:10: Da hab ich noch nicht so die richtigen Wege gefunden, um irgendwie aktiv zu werden.

00:12:15: Es gibt halt einfach auch da wieder keine Lobby.

00:12:17: Es gibt keine Lobby für Kinder.

00:12:19: So, wir haben in immer höheren Anteil in Deutschland von Kindern, die in... in Kinderarmut groß werden und das sind ja vielfach alleinerziehenden Familien.

00:12:29: Dann steckt da drin, dass Männer keinen Unterhalt zahlen.

00:12:31: So jetzt kommen wieder die ganzen, kommen wieder die Menus vier und sagen, wer Mann ist und Kinder hat, der zahlt auch Unterhalt.

00:12:37: Das ist totaler Quatsch, dass die nicht zahlen.

00:12:40: Ich hatte mit jemandem hier aus dem Bezirk gesprochen, Hamburg-Nord.

00:12:42: Und die haben gesagt, dass die Zahlen nicht mehr zusammen.

00:12:45: Aber wirklich ein verhältnismäßig großer Anteil der Männer, die ... quasi Unterhalt zahlen müssen.

00:12:50: Also da wurde schon festgelegt, wie viel unterhalten müssen die Zahlen etc.

00:12:53: Die zahlen einfach nicht.

00:12:56: So, das heißt, da wird vom Amt quasi ein Unterhaltsvorschuss gezahlt.

00:12:59: Da wird irgendwie versucht, das beim Mann wiederzuholen.

00:13:02: Aber das ist ein unfassbarer Aufwand auch für die Verwaltung, das immer wieder zu tun.

00:13:07: Einfach, weil Männer sich bemüßigt fühlen und das Recht, also glauben, das Recht zu haben, einfach nicht zu zahlen.

00:13:15: Also man kriegt gemeinsam Kinder und entscheidet sich gemeinsam für Kinder.

00:13:18: Und wenn dann irgendwas nicht läuft, dann sind die Frauen immer selbst schuld und haben das selbst zu verursachen.

00:13:24: Und so, ja, dann will man die Kinder noch haben und sehen, aber bezahlen will man bitte nicht.

00:13:28: Und dieser ...

00:13:29: Ich bin komplett auf deiner Seite und Unterstützer und Unterschreibe, was du sagst.

00:13:34: Aber hier, bei diesen Familienzuschlägen, bei Beamten, finde ich es ... Da macht das der Staat bewusst, es ... Frauen schwer.

00:13:44: Und man muss ja hier klar unterscheiden zwischen Männern und Frauen, weil eine Frau oftmals alleinerziehend wird und die Kinder nahezu Vollzeit hat.

00:13:53: Und da gibt es diverse Beispiele, wo es anders geregelt ist.

00:13:57: Keine Frage, aber gerade hier finde ich es, da sollte man doch hinterfragen, ob das für Mann und Frau wirklich fair und gleich ist.

00:14:04: Und das sehe ich anders.

00:14:05: Ja, bin ich bei dir.

00:14:07: Ich würde jetzt gerne da, also gut, dass wir wieder beim Thema sind, die zweite Seite beleuchten.

00:14:11: Also wenn du sagst, es ist schade, dass der Ehegattensusschlag wegfällt.

00:14:16: So, das ist blöd.

00:14:17: Auf der anderen Seite würde ich sagen, wenn wir jetzt den Mann nehmen, der verbeamtet wäre.

00:14:21: dann fände ich es eigentlich gut, wenn der Ehegartenzuschlag wegfällt, wenn der keine Ehefrau mehr hat.

00:14:25: So, das muss dann ja irgendwie das Gleiche...

00:14:28: Genau, deshalb habe ich gerade gesagt, inwieweit ist Fairness und Gleichbehandlung gleich.

00:14:34: Das ist ja wieder das, was wir schon hatten, Gleichbehandlung und Gleichberechtigung heißt, nicht jeden gleich zu behandeln.

00:14:40: Sondern es bedeutet, jeden auf die gleiche Ebene zu bringen.

00:14:43: Ja, für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

00:14:45: Aber dann sind wir halt in einem System, wo... wo das quasi nicht möglich ist, wo ich mir nicht anschauen kann, wie ist jetzt die Jage bei jeder einzelnen Person, sondern wo ich vielleicht Regeln brauche, die ich dann auch einfach verhältnismäßig leicht ansetzen kann.

00:15:03: Also durchaus was, was wir ehrlich gesagt eher philosophisch diskutieren müssten als hier, aber andersrum bin ich total bei dir zu sagen, das ist ein systemisches Problem.

00:15:11: Und da sind wir dabei, dass wir immer noch in einem patriarchalen System leben.

00:15:16: Auf der einen Seite und auf der anderen ist es nicht verwunderlich, dass sich der Staat genauso verhält wie jedes Unternehmen und da einfach patriarchale Strukturen, Verhaltensweisen weiter so lebt, wie man es einfach seit hundert Jahren getan hat.

00:15:29: Und ich lass die Ausrede, das ist zu komplex, und da können wir uns ja gar nicht, jetzt müssten wir jeden Einzelnen betrachten, diese Ausrede lasse ich nicht gelten, weil wenn es dann nämlich um Löhne bei Männern geht, können wir das.

00:15:39: Wir können dann plötzlich gucken, aber das ist ja ein Mann, der muss ja eine Familie versorgen, und das ist ja eine Frau, und die wird ja auch mal ausfallen.

00:15:46: Da können wir plötzlich

00:15:47: konkret

00:15:48: und tief in das Beispiel hineingehen und den Menschen als einzelne Person beleuchten.

00:15:52: Und das wünsche ich mir dann aber auch komplett umgekehrt, wenn es darum geht, meine Frau zu unterstützen in ihrem Leben.

00:15:59: Ja, definitiv.

00:16:00: Wobei, wie gesagt, das ist ja einer der Vorteile bei Beamten, dass eben diese Gehaltsunterschiede, also mit der man und die Frau machen beide den gleichen Job, aber der Mann wird einfach dreißig Prozent besser bezahlt.

00:16:12: Hast du bei Beamten nicht?

00:16:13: Dadurch, dass du halt diese Besoldungsgruppen hast.

00:16:15: So jeder, der das gemacht hat, steigt gleich ein.

00:16:18: Da gibt es eine.

00:16:19: Nein,

00:16:19: nein, genau, ja.

00:16:20: Ich habe jetzt Äpfel mit.

00:16:23: Birnen verglichen, das gebe ich zu.

00:16:25: Aber ich will sagen, ich glaube, wir können genau hingucken.

00:16:28: Wir können bei vielen Dingen ganz genau hingucken.

00:16:30: Die bürokratischen Mechanismen sind oft komplex und man kann oft den einzelnen Menschen anschauen.

00:16:35: Aber insofern, ich gebe dir natürlich recht, das ist jetzt hier eine ganz vereinfachte Nummer.

00:16:39: Und ich glaube, es war auch vor vierzig Jahren.

00:16:42: richtig so zu sagen, hier ist jetzt der Mann, Papa amtet und die Frau trennt sich von ihm und dann fällt das für ihn auch weg.

00:16:49: Aber mittlerweile haben wir ja auch so viele verbeamtete Frauen, ich weiß nicht.

00:16:53: Wann da die Kurve nach oben ging, aber ich wette, das ist noch nicht so ewig lange her.

00:16:58: Das ist meine persönliche Meinung, ist auch ganz wichtig, noch mal zu sagen im Podcast.

00:17:02: Und das liegt natürlich auch daran, dass ich in meinem Umfeld alleinerziehende Frauen habe und sehe, wie die jeden Tag kämpfen.

00:17:07: Und das vieles, also das ist eine, ja, das ist meine persönliche Beleuchtung der Situation.

00:17:12: Und ich, genau, ich kann jetzt hier nicht...

00:17:15: Ja, voll gut.

00:17:16: Also nein, ist doch richtig.

00:17:17: Also vielleicht mache ich es mir doch einfach zu einfach, ehrlich gesagt.

00:17:20: Also, den Schuh würde ich mir durchaus... anziehen, zu sagen, geht nicht, weil geht nicht.

00:17:25: Aber ja, ich glaube, es braucht halt die, die dann aufstehen und sagen, so geht doch, weil an anderer Stelle geht es her.

00:17:30: Muss gehen.

00:17:31: Genau, muss gehen, weil da irgendwie ein Stück weit für eine gewisse Gerechtigkeit zu arbeiten.

00:17:36: Ja, bin ich ganz bei dir.

00:17:37: Den schutze ich mir an.

00:17:39: Okay, dann kommen wir jetzt zurück zum Thema Helene.

00:17:41: Meine Idee wäre, wenn du uns, wenn du hast, uns dann mal kurz ein paar Zahlen für diese Zuschläge zu geben, weil... Ich bin nicht verbeamtet, mich würde das tatsächlich sehr interessieren, was das bedeutet.

00:17:50: Also hier wieder ganz klar kommt drauf an, also auf Bundesland, Bund etc.

00:17:55: Ich habe es jetzt mal für Hamburg.

00:17:58: Da beträgt der Zuschlag für verheiratet oder Partnerschaft ohne Kinder.

00:18:03: Hundertensechzig Euro.

00:18:05: Für das erste Kind kommen dann noch mal hundertsieben, achtzig Euro.

00:18:08: Also immer mit ein bisschen Kommazahlen, aber auch hundertsieben, achtzig Euro dazu.

00:18:11: Verheiratet ein Kind sind dann insgesamt dreihundertneinvierzig Euro.

00:18:14: Verheiratet und zwei Kinder sind fünfhundertsieben, dreißig Euro.

00:18:18: Und dann steigt es wirklich deutlich.

00:18:20: Also verheiratet und drei Kinder gibt zum Beispiel tausend dreihundertfünfundsiebzig Euro Zuschlag.

00:18:25: Deswegen haben so viele Beamte so viele Kinder, weil sich das wirklich finanziell lohnt.

00:18:30: Und dann kommt noch das Kindergeld on top.

00:18:32: Das ist so eine finanzielle gute Idee, da viele Kinder zu bekommen.

00:18:35: Und hier nochmal verheiratet und vier Kinder sind insgesamt zwei tausend zweihundertundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:18:55: Also da möchte ich wieder sagen, dass ich das super fair finde und dass auch eine richtig gute Idee ist, die Menschen dazu zu bringen, Kinder zu kriegen, weil den Menschen, die können sich ja noch leisten mit ihren vier Kindern in Urlaub zu fahren.

00:19:08: Wunderbar.

00:19:08: Ich gönne es jeden vom Herz.

00:19:09: Nicht wünscht, es wird jeden so gehen.

00:19:11: Ja,

00:19:11: das stimmt.

00:19:12: Da sind wir wieder bei der Schere zwischen Beamten und Angestellten oder Arbeitern.

00:19:18: Und da sind wir dann quasi schon beim nächsten Thema, nämlich der Krankenversicherung.

00:19:22: Das ist da wohl immer das größte Thema.

00:19:24: Also wie ist es denn eigentlich mit der Krankenversicherung für Beamte?

00:19:30: Denn im Unterschied zu Angestellten kommen Beamte keine Arbeitgeberbeiträge zur Krankenkasse.

00:19:36: Stattdessen gibt es die Beihilfe.

00:19:38: Das bedeutet, der Dienstherr, also der Staat oder das Bundesland, bei dem man verbeamtet ist, erstattet einen Teil der Krankheitskosten.

00:19:45: Das sind in der Regel fünfzig Prozent für aktive Beamte und den Rest versichert man privat.

00:19:51: Hier gibt es wieder einen Unterschied.

00:19:52: Fünfzig Prozent für Beamte ohne Kinder.

00:19:56: Ab zwei Kindern bekommt man achtzig Prozent Beihilfe.

00:20:00: Und in der Pension bekommt man neunzig Prozent Beihilfe.

00:20:03: Das heißt, fünfzig beziehungsweise achtzig oder neunzig Prozent der Krankheitskosten werden vom Staat übernommen.

00:20:09: Und den Rest sichert man quasi privat ab über eine private Krankenversicherung.

00:20:14: Neuerdings, also seit ein paar Jahren ist es so, dass sich ein Beamter auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern kann.

00:20:22: Dann bekommt er aber nicht die Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt.

00:20:26: Hat sich ein bisschen was verändert, weil früher war es so, da konnten Beamte zwar freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung, mussten den Betrag dann aber vollständig selbst zahlen.

00:20:34: unattraktiv war, also weil dann wird er vom Gehalt bemessen, wie hoch dann der Krankenversicherungsbeitrag ist.

00:20:41: Der ist auf jeden Fall deutlich höher als das, was man für eine private Krankenversicherung zahlen müsste.

00:20:45: Deswegen sind so gut wie alle in die private Krankenversicherung gegangen.

00:20:50: Jetzt gibt es aber Unterschiede.

00:20:51: Einige Bundesländer haben eine pauschale Beihilfe, das ist das sogenannte Hamburger Modell.

00:20:56: Dabei bekommt der Beamte einen Zuschuss, wenn er freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

00:21:01: Im Prinzip so, als ob der Dienstherr seinen Arbeitgeberanteil bezahlt.

00:21:05: Also bei Angestellten ist es ja auch so, man hat einen Krankenkassenbeitrag, die Hälfte zahlt der Arbeitgeber und die Hälfte zahlt der Arbeitnehmer, plus den Zusatzbeitrag, den zahlt nur der Arbeitnehmer.

00:21:15: Das heißt, beide zahlen quasi ein.

00:21:17: Und jetzt ist es so, dass man da quasi auch einen pauschalen Zuschuss bekommt für die gesetzliche Krankenversicherung.

00:21:24: Okay, das ist natürlich schön für die Beamten und Beamtinnen.

00:21:27: Die haben echte Wahl frei zwischen private und gesetzliche Krankenkasse.

00:21:31: Ohne finanzielle Nachteile in jedem Bundesland?

00:21:34: Ja, in einigen Bundesländern.

00:21:37: Hamburg war vorreiter, deswegen heißt das Ding Hamburger Modell.

00:21:41: Danach kam Bremen, in Berlin, in Brandenburg, Türingen und Jüngst Baden-Württemberg in den Jahr zwanzig Drei und zwanzig dazu.

00:21:50: Seit vierundzwanzig auch Sachsen und Schleswig-Holstein.

00:21:54: Und Niedersachsen hat im Jahr ist immer eine einmalige Wechseloption geschaffen.

00:21:59: Einige andere Länder prüfen noch NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Macpom, Bunch, Bayern, Hessen oder Sachsen-Anhalt haben keine pauschale Beihilfe.

00:22:08: Und da haben sie auch nicht vor, eine einzuführen.

00:22:11: Also da bleibt es bei der klassischen Beihilfe und der PKV.

00:22:14: Und was da noch wichtig ist zu sagen, ist, dass die Entscheidung unumkehrbar ist.

00:22:21: Also

00:22:21: das Gesetz will, dass man sich zu Beginn der Beamtenlaufbahn festlegt und entscheidest du dich dann für die gesetzliche Krankenversicherung mit der pauschalen Beihilfe, dann verzichtet man quasi dauerhaft auf die individuelle Beihilfe.

00:22:33: Also du kannst nicht in ein paar Jahren sagen, jetzt doch lieber privat.

00:22:36: So, das ist unwiderruflich.

00:22:38: Verstehe.

00:22:40: Und nächster Punkt, der schwierig ist, wenn man sich für die, also es gibt im Prinzip ein paar Nachteile, wenn man sich für die gesetzliche Krankenversicherung entscheidet.

00:22:49: Der erste ist, dass hatten wir, glaube ich, auch schon in vielen Folgen, dass die gesetzliche Krankenversicherung leistungsseitig deutlich schlechter ist als die private Krankenversicherung.

00:22:58: Da wird jedes Jahr neu geguckt.

00:23:00: Man erinnert sich an der Praxisgebühr, an eine Rezeptgebühr

00:23:04: etc.,

00:23:05: so dass wird jedes Jahr neu verhandelt.

00:23:06: Das heißt, ich weiß gar nicht, wie in zehn Jahren meine Leistung sein werden.

00:23:09: Bei der privaten Krankenversicherung weiß ich das, weil da habe ich den Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft geschlossen und die dürfen nicht einfach die Bedingungen ändern und sagen, das zahlen wir jetzt nicht mehr, das wäre Vertragsbruch.

00:23:21: Das ist der eine Teil, das heißt die Leistung ist deutlich schlechter.

00:23:24: Die Kosten sind in der Regel höher, hatten wir schon.

00:23:27: Und ein wichtiger Punkt ist, dass wenn ich das Bundesland mal wechseln will, dann kann das wirklich tückig sein.

00:23:33: Weil wenn ich mich nämlich für die gesetzliche Krankenversicherung entschieden habe und jetzt aber in ein Land ohne Pauschale bei Hilfe ziehe, dann verliere ich den Zuschuss und muss die komplette gesetzliche Krankenversicherung selbst bezahlen.

00:23:45: Also dann gucke ich halt wirklich dumm aus der Wäsche.

00:23:47: Absolut.

00:23:48: Das heißt, das ist immer noch mal so ein Punkt, gerade bei jungen Beamten, wo ich sage, es

00:23:52: ist ein bisschen so, als wenn sich ein junger Beamter oder eine junge Beamte entscheiden muss, wie beim Heiraten oder Tromperieprüfe, wer sich ewig bindet.

00:24:00: Was würdest du denn, da hast du ja vielleicht ein bisschen noch hau auch, weil du ja selber mal vor der Entscheidung wahrscheinlich standest oder kurz davor zumindest, für was würdest du dich entscheiden?

00:24:10: Als Beamter immer für die Pika fahren.

00:24:12: Okay, kennt man eigentlich auch viel, oder?

00:24:14: Mein Vater war das auch.

00:24:15: Ich habe ein paar Kunden, die hardern überlegt haben oder sich für die GK vorentschieden haben, aus dem solidarischen Prinzip.

00:24:22: Also in die gesetzliche Krankenversicherung einzuzahlen.

00:24:25: und auch im hohen Satz heißt natürlich, da sind auch Leute drin, die weniger einbezahlen und jeder bekommt die gleiche Leistung.

00:24:30: Also das solidarische Prinzip ist in der gesetzlichen Krankenversicherung einfach besser gegeben.

00:24:36: Und es gibt ein paar Nachteile, die man ja oft hört, warum die private Krankenversicherung irgendwie schwierig ist, weil die im Alter so unfassbar teuer wird, wie ist es mit Kindern, die muss man mitversichern etc.

00:24:47: Und das stimmt alles, also beziehungsweise da muss man drüber reden und das muss man sich angucken.

00:24:52: Bei Beamten ist es aber deutlich weniger.

00:24:54: Also angenommen, ich zahle ja immer nur fünfzig Prozent.

00:24:59: dessen, was da an Kosten entsteht, weil die anderen fünfzig Prozent zahlt ja mein Dienst her.

00:25:04: Das heißt, ich jetzt als Selbstständige mich privat zu versichern, das schon genau so teuer oder günstiger teurer wie in der gesetzlichen Krankenversicherung.

00:25:14: Das ist so eine Hin- und Herrechnung.

00:25:15: Bei Beamten ist es ja so, dass die nur fünfzig Prozent davon zahlen.

00:25:20: Das heißt, das ist schon weniger im Alter.

00:25:24: zahlen die nur zehn Prozent.

00:25:25: Also, neunzig Prozent kommt über die Beihilfe.

00:25:27: Das heißt, die Beiträge, nicht wie bei anderen Krankenversicherungen, steigen im Alter, sondern die sinken extrem.

00:25:33: Und selbst wenn die jetzt in der Zeit unfassbar steigen, wenn dann auf einmal vierzig Prozent dessen, was ich bisher bezahlt habe, wegfällt, weil ich in Ruhestand gehe, dann ist das wirklich extrem vorteilhaft.

00:25:45: Das Gleiche in der PKV sagt man auch, wenn Kinder dazu kommen, dann muss ich die auch mit absichern.

00:25:50: Ja, das stimmt.

00:25:51: muss ich als Beamter auch.

00:25:53: Für die Kinder bekomme ich aber auch eine Beihilfe.

00:25:55: Das heißt, die bekommen achtzig Prozent der Kosten erstattet.

00:25:59: Das heißt, für Kinder muss ich als Beamter immer nur zwanzig Prozent absichern.

00:26:02: Also auch super günstig.

00:26:04: Also da liegen wir so bei vierzig, fünfzig Euro im Monat fürs Kind.

00:26:08: Plus, wenn ich dann zwei Kinder habe, sinkt ja mein eigener Beitrag auch, weil ich nicht mehr fünfzig Prozent Beihilfe bekomme, sondern auch achtzig.

00:26:16: Wieso konnte meine Familie das anders machen, dass ich nicht gesetzlich versichert war?

00:26:21: Dass ich gesetzlich versichert war?

00:26:23: Also es gibt diverse Gründe, wann man sein Kind wie versichern muss.

00:26:28: Also jetzt kann ich nicht gucken, wie war's?

00:26:32: Also könnte ich bestimmt, aber weiß ich nicht, ob das jetzt so zielführend ist.

00:26:36: Aber heute ist es so, dass man die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat, wenn ... die Eltern nicht verheiratet sind, dann kann man immer wählen, geht das Kind zur Mutter oder zum Vater.

00:26:47: Dann ist wichtig, wer verdient mehr.

00:26:50: Da könnte schon der die Grucks sein bei mir.

00:26:52: Genau, also ist quasi verdient der Beamte mehr oder verdient die Angestellte mehr.

00:26:57: Das ist die Frage.

00:26:58: Und heute ist es so, verdient die Beamten über der Jahresarbeitentgeltgrenze.

00:27:05: Die liegt in ... ... bei ... also angenommen.

00:27:11: Ehepaar ... zwei Kinder, man beamtet, verdient sechzigtausend im Jahr, Frau angestellt, verdient achtzigtausend im Jahr oder verdient auch sechzigtausend im Jahr, dann kann die Familie das Kind entweder privat versichern über die Beihilfe oder gesetzlich in der Familienversicherung, nämlich der Beamte verdient genauso viel verdient nicht mehr, also selbst wenn der Beamte siebzigtausend verdienen würde.

00:27:41: Oder machen wir die Frau daraus.

00:27:42: Die Frau verdient als Beamtin, der Mann verdient als Angestellter.

00:27:46: Da verdient die Beamtin zwar mehr, aber unter der Jahresarbeit-Endgeld-Grenze von rein, und dann kann die Familie sich auch da für die Vermehenversicherungen entscheiden.

00:27:55: Ehrlich gesagt machen es die meisten Beamten in meinem Kundenstamm aber so, dass sie die Kinder gerne privat versichern, weil einfach die Leistungen deutlich besser sind.

00:28:04: Eine Sache möchte ich noch sagen, was natürlich wichtig ist, um überhaupt in die private Krankenversicherung zu kommen.

00:28:09: Das klingt jetzt hier so, als wäre das wirklich eine Wahl, das eine oder das andere.

00:28:13: Auch hier werden natürlich Vorerkrankungen berücksichtigt.

00:28:15: Also es gibt Zuschläge oder Ausschlüsse.

00:28:18: Es gibt aber für Beamten, Anwärter eine Öffnungsaktion, also quasi eine Annahme, Garantie mit begrenzten Zuschlägen.

00:28:24: Da gibt es einige Versicherer, die... Debika, die Signal, die Achser, glaube ich, die sagen, okay, wenn wir jetzt hier einen Beamtenanwärter haben, den wir eigentlich nicht versichern würden, weil zu kranken wollen wir eigentlich nicht haben, aber die Person braucht eine Krankenversicherung, dann nehmen wir die im Basis Tarif und nehmen maximal dreißig Prozent Zuschlag.

00:28:45: Es ist okay, bedeutet aber, ich kriege als Beamter jetzt kein Einbetzimmer oder so, sondern wirklich dann bin ich so abgesichert, als wäre ich gesetzlich versichert.

00:28:53: Mehr Betzimmer, kein Chefarzt, etc.

00:28:56: Das geht aber, um quasi da reinzukommen.

00:29:00: In der GKV ist das natürlich total egal, da melde ich mich einfach an, die prüfen keinen Gesundheitszustand.

00:29:04: Also das nochmal, das kann nochmal was sein.

00:29:06: und genau die Überlegung halt bleibe ich langfristig in dem Bundesland oder will ich nochmal wechseln.

00:29:12: Aktuell sind circa dreieinzig Prozent der Beamten privat versichert.

00:29:16: Ach guck.

00:29:17: Hätte ich aber auch geschätzt, ich habe ja als Physiotherapeutin viel auch mit Beamten gearbeitet und die waren eigentlich alle privat versichert.

00:29:23: Ich glaube, ich kenn keinen einzigen.

00:29:25: Oftmals muss man das auch sagen, ehrlich gesagt, vielfach davon ausgegangen wird bei Ärzten oder auch im Krankenhaus, wenn man sagt, man ist verbeamtet, dann sollte man auf jeden Fall tunlich sagen, ich bin gesetzlich versichert, sonst werden da oft dann schon Zusatzleistungen gemacht, die man dann nachher... selbst bezahlen muss, weil die davon ausgehen, dass man als Beamter privat versichert ist.

00:29:44: Stimmt es, dass Polizisten und Feuerwehrleute eine Sonderrolle bei den Krankenkassen haben?

00:29:49: Das hab ich von unserem

00:29:51: Freund

00:29:51: Kai, der ist der Finanzkopf übrigens, und der hat auch einen ganz tollen Podcast, und der dreht sich alles nur um Polizisten.

00:29:57: Ja, das stimmt.

00:29:58: Polizisten und Berufsfeuerwehrleute haben während der aktiven Dienstzeit Anspruch auf Heilfürsorge.

00:30:04: Das bedeutet, dass der Dienstherr hundert Prozent der Krankheitskosten für die Beamten selbst übernimmt.

00:30:09: Im Prinzip wie eine eigene Beamtenkrankenkasse.

00:30:12: Dafür wird ein kleiner Betrag vom Gehalt einbehalten.

00:30:15: In Hamburg sind es zum Beispiel eins Komma vier Prozent vom Grundgehalt.

00:30:19: Und nach der aktiven Zeit oder wenn man in den Innendienst wechselt, wechselt man dann meist in die normale Beihilfe.

00:30:25: Und die normale Beihilfe gilt auch für Familienangehörige.

00:30:28: Also im Prinzip genau das, was ich gerade gesagt habe für Kinder.

00:30:31: Und wenn man in Rente gilt, das gilt auch für Polizisten und Feuerwehrleute.

00:30:34: Und ja, du hast es schon angekündigt.

00:30:36: Also wenn wir jetzt hier Polizeibeamter haben, dann sind das auf jeden Fall hier gerade wichtige Infos für euch.

00:30:42: Wenn ihr noch mehr haben wollt, dann hört doch mal bei der Finanzkop rein.

00:30:46: Kai kommt selbst aus dem Bereich und macht da wirklich einen tollen Job.

00:30:51: Sehr kompetent, finde ich auch.

00:30:52: Der hat uns auch am Anfang sehr viel an die Hand genommen, weil unseren Podcast angeht.

00:30:56: Okay, ich verstehe.

00:30:58: Polizistenfeuerwehrleute sind also gesundheitlich komplett abgesichert, macht ja auch irgendwo total Sinn.

00:31:03: Was, wenn ein Beamter jetzt berufsunfähig wird?

00:31:06: Das ist dann der Bereich der Dienstunfähigkeitsversicherung.

00:31:10: Und das ist im Prinzip die Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte.

00:31:15: Das bedeutet also, der Beamte kann seinen zuletzt aus dem Beruf, aus gesundheitlichen Gründen, vorhossentlich dauerhaft oder zumindest für sechs Monate nicht mehr ausüben.

00:31:26: Also nicht mehr ausüben heißt, er kann mindestens fünfzig Prozent der Tätigkeiten nicht mehr machen.

00:31:31: Dann ist er berufsunfähig.

00:31:32: Im Prinzip können Beamte auch eine einfache Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

00:31:36: Das ist kein Thema, das heißt nicht, dass wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat und wird jetzt verbeamtet, dass man die jetzt los werden muss.

00:31:44: Die Dienstunfähigkeit ist einfach nur eine Klausel, die in der normalen Berufsunfähigkeitsversicherung mit drinstecken kann.

00:31:50: Da gibt es ein paar Anbieter, die das sehr gut machen, die Bayerische, die AXA, die Signal haben.

00:31:56: solche Dienstunfähigkeitsklauseln.

00:31:59: sind also ganz nett, aber nicht notwendig.

00:32:01: Bei allem, was sich jetzt um die reguläre Berufsunfähigkeitsversicherung bzw.

00:32:06: die reguläre Berufsunfähigkeit dreht, würde ich ja einmal auf Folge vier verweisen.

00:32:10: Da haben wir da ganz viel darüber gesprochen.

00:32:12: Bei einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung wird geprüft, kann ich meinen Job wirklich nicht mehr zu fünfzig Prozent oder mehr ausüben.

00:32:20: Das heißt, es gibt ganz viele Arztberichte, das wird geprüft.

00:32:24: Da werden Dinge gemessen, man muss ganz viele Fragebügen ausfüllen und dann trifft da die Versicherung der Entscheidung.

00:32:30: Bei der Dienstunfähigkeitsklausel ist es aber so, dass man sagt, okay, wenn der Diensther dich als Dienstunfähig deklariert hat, also das muss wirklich vom Diensther kommen, der sagt, okay, nee, keine Chance mehr, die Person wird nicht mehr arbeiten.

00:32:43: Dann ist sie dienstunfähig, gibt quasi einen Stempel und dann prüft die Versicherung nicht mehr.

00:32:47: Das heißt, wenn der Diensther euch dienstunfähig schreibt, dann schickt ihr einfach diesen Schrieb zur Berufsunfähigkeitsversicherung und die sagt, jo, alles klar, fertig, da wird nicht mehr geprüft.

00:32:57: Und so weiter.

00:32:57: Das heißt, man spart sich diese ganzen Gesundheitsbögen, Arztberichte, etc.

00:33:03: Das ist eigentlich die ganze Crux.

00:33:04: Also, wie gesagt, wer schon eine BU hat, kein Problem, könnt ihr behalten.

00:33:07: Wer noch keine hat, guckt vielleicht nach einer mit einer Dienst- und Fähigkeitsklausel.

00:33:11: Oha, das überrascht mich ehrlich gesagt jetzt ein bisschen, weil ich dachte, Beamte sind immer voll abgesichert, wenn irgendwas ist.

00:33:19: Und also, Merke, Dienst- und Fähigkeitsklausel, richtig?

00:33:24: Genau, das, was du sagst, ist nämlich bei ganz vielen so, dass die denken, auch wenn ich jetzt dienstunfähig werde, ist ja alles gut.

00:33:30: Ich kriege dann ja eine Pension.

00:33:32: Das aber tatsächlich nicht so.

00:33:34: Also was viele nicht wissen, ist, dass Beamte erst nach fünf Jahren Dienstzeit einen Anspruch auf eine staatliche Versorgungsleistung bei Dienstunfähigkeit haben.

00:33:43: Also Beamte auf Probe oder Widerruf haben null Versorgung.

00:33:47: Das wird zum Beispiel ein junger Lehrer im zweiten Dienst ja schwer krank und entlassen.

00:33:51: steht der komplett ohne Pension da und hat lediglich die gesetzliche Rentenversicherung.

00:33:56: Krass.

00:33:57: Da wird danach versichert, das ist aber mini.

00:33:59: Deswegen ist gerade für junge Beamte in den ersten fünf Dienstjahren unglaublich wichtig, die private Absicherung zu haben, also eine private BU bzw.

00:34:07: DU.

00:34:09: Und selbst wenn die fünf Jahre erfüllt sind, ist das Ruhegehalt, was man dann bekommt, sehr niedrig.

00:34:15: Die Formel für die beanten Pension, da greifen wir jetzt quasi schon mal dem von nachher vor, aber das macht nix.

00:34:20: sind einst, sieben, neun, drei, sieben, fünf Prozent pro Dienstjahr vom letzten Grundgehalt.

00:34:26: Also wenn jetzt jemand zum Beispiel nach zehn Jahren, jetzt war jemand zehn Jahre verbeamtet, dann hat der zehnmal einst, sieben, neun, drei, sieben, fünf Prozent, also rund siebzehn, neun Prozent des letzten Gehals als Ruhegehalt.

00:34:40: Es gibt da zwar eine Mindestversorgung, die liegt ungefähr um die fünfunddreißig Prozent des Gehals, aber mehr ist es oft nicht.

00:34:46: Also wenn man jetzt mal nach fünf Jahren Dienstzeit ausrechnet.

00:34:48: Wie viel sind denn thirty-fünf Prozent meines Gehalts?

00:34:52: So, dann weiß ich, okay, das wird nicht reichen.

00:34:55: Ich habe nämlich immer wieder viele Beamte, die sagen, ich bin jetzt hier fünf Jahre verbeamtet.

00:34:58: Ich brauche die B.U.

00:34:59: oder D.U.

00:35:00: nicht mehr.

00:35:01: Die können wir jetzt kündigen.

00:35:02: Das ist falsch.

00:35:03: Also theoretisch kann man sie kündigen.

00:35:04: Es gibt eine Pension, die ist aber wirklich sehr, sehr gering.

00:35:06: Und wer jetzt nicht die Hälfte seines Einkommens verlieren will, dauerhaft.

00:35:11: der sollte auf jeden Fall weiterhin eine private Absicherung haben.

00:35:16: Die kann dann geringer sein als zum Beispiel in den ersten fünf Jahren.

00:35:20: Und da gibt es sogar Versicherungen, das Berücksichtigung.

00:35:23: Dann ist es so, dass man in den ersten fünf Jahren höhere Absicherung hat, dann wird die ein bisschen geringer und entweder verändert sich dann auch der Preis oder der Preis ist schon so kalkuliert, dass man die ersten fünf Jahre die höhere Absicherung hat und dann eine niedrigere.

00:35:36: Man zahlt aber über die gesamte Zeit den gleichen Preis.

00:35:39: Betrag ähnlich wie bei den anderen BUs, also für unseren normalen, ohne diese Klausel?

00:35:46: Die BU mit der DU-Klausel ist im Prinzip ähnlich wie bei der normalen Berufsunfähigkeitsversicherung.

00:35:51: Die sind nicht billig, aber jetzt sind die Prämien für Beamte z.B.

00:35:57: günstiger als für Dachdecker, aber auch höher als für ein Controller.

00:36:01: Weil z.B.

00:36:02: gerade bei Lehrern das Risiko für Burnouts schon recht hoch ist.

00:36:06: Und oft ist es auch so, dass ich die Absicherung gar nicht bis zum Ende machen kann.

00:36:10: Also zum Beispiel bei Lehrern ist es oft so, dass die Versicherung gar nicht bis zum siebensechzigsten Lebensjahre Absicherung machen, sondern sagen, die meisten Lehrer sind eh nicht bis siebensechzig im Dienst, die hören früher auf, dann versichern wir auch nur weniger.

00:36:24: So bei Polizisten und so ist es oft sechzig.

00:36:28: Als maximales Alter, was ich absichern kann.

00:36:31: Und dann macht es wie immer, durchaus sind das zu vergleichen.

00:36:34: Also ein Beispiel, ein junger Lehrer Anfang dreißig kann zum Beispiel eine DU-Rente von tausend fünfhundert Euro im Monat durchaus mit einem Monatsbeitrag von fünfzig bis achtzig Euro rechnen.

00:36:46: Je nach Anbieter, natürlich wieder je nach Gesundheitszustand, auch da ist ja natürlich wieder wichtig.

00:36:51: Wie gesund bin ich eigentlich?

00:36:52: Gibt es irgendwelche Vorerkrankungen?

00:36:53: Wird was ausgeschlossen?

00:36:54: Also all das, was wir in Folge vier auch schon besprochen haben.

00:36:58: Ja klar.

00:36:59: Also Merksatz für angehende Beamte und Beamtinnen.

00:37:03: nach fünf Jahren, bevor die rum sind, absichern, damit es diese Versorgungslücke nicht gibt, right?

00:37:09: Ja, also am besten direkt, wenn man anfängt, direkt mit dem Thema EU-DU-Beschäftigen und dann quasi direkt schauen, was brauche ich jetzt, was brauche ich nach fünf Jahren?

00:37:19: Ich habe einen Punkt auf meiner Agenda, der heißt Diensthaftpflichtversicherung, weil sich mir nicht erschließt, warum man zur normalen privaten Haftpflichtversicherung eine Diensthaftpflichtversicherung braucht.

00:37:31: Weil die als ... Beamter und angestellte im öffentlichen Dienst, der durchaus in der Ausübung deines Jobs Dinge passieren kann.

00:37:39: Du Entscheidungen triffst, du jetzt als Lehrer zum Beispiel eine Aufsichtspflicht hast und wenn dann was passiert, kannst du zum Beispiel als Lehrer persönlich haftbar gemacht werden.

00:37:49: Also, du hast eine Aufsichtspflicht über Kinder, bei einer Klassenfahrt und es passiert was.

00:37:55: So, dann haftet, also dann gilt zwar im Grundsatz, der Staat haftet für Schäden.

00:38:01: quasi wie im Prinzip, wenn du jetzt als Angestellte jemandem einen Schaden zufügst in Ausübung deines Jobs, dann haftet das Unternehmen.

00:38:08: So haftet auch der Staat erstmal für Schäden, die seinen Beamter jemand anderem zufügt.

00:38:13: Aber wenn grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wurde, also Aufsichtspflicht verlässt und der Lehrer war total besoffen, dann nimmt der Staat die Beamten in Regress.

00:38:22: Das heißt, der Dienst erzahlt den Schaden, holt sich das Geld dann aber zurück.

00:38:27: So, und die Haftung ist theoretisch unbegrenzt.

00:38:30: Das heißt, dass komplette private Vermögen etc.

00:38:35: Und die Privathaftpflicht deckt dienstliche Schäden bei Beamten nicht ab.

00:38:39: Das heißt, die normale Privathaftpflicht schließt amtshaft Risiken aus.

00:38:44: Deshalb braucht man da eine separate Absicherung bzw.

00:38:48: auch wieder eigentlich nur ein kleiner Baustein in der privaten Haftpflicht.

00:38:51: Also da gibt es Versicherungen, die quasi dieses Diensthaftpflichtrisiko mit einschließen.

00:38:56: Kostet auch meistens.

00:38:58: nicht wirklich mehr.

00:38:59: Okay, das ist ja jetzt ein Beispiel mit dem Lehrer, aber für was braucht man den noch so alles?

00:39:03: Also, weil das ist ja so ein Beispiel, was mir als Polizist total egal ist.

00:39:07: Stimmt.

00:39:08: Sobald als Polizist könnt ihr da andere Dinge passieren.

00:39:11: Also, die Haftlicht hat ja auch immer den Anspruch, ungerechtfertigte Forderungen abzuwenden.

00:39:16: Also, wenn mir jetzt jemand was vorwirft, was so aber nicht, also wofür ich nicht haftbar bin, dann greift die Diensthaftlicht natürlich auch um das abzuwehren.

00:39:25: Ein ganz spannender Teil finde ich immer den Thema Schlüsselverlust, also Dienstschlüssel.

00:39:30: Stell dir vor so ein Schließer im Gefängnis.

00:39:34: So genau, da kann man sich vorstellen, das kostet dann schnell fünfstellige Summen.

00:39:40: und solche Dinge deckt eine diensthaft Pflicht ab.

00:39:45: Jetzt muss man dazu sagen, das deckt oft auch eine Diensthaftpflicht ab, die man über die Gewerkschaften hat.

00:39:52: Da gibt es die Lehrer-Gewerkschaft, die GEW zum Beispiel oder die Polizeigewerkschaft GDP, die bieten den Mitgliedern automatisch Haftpflichtsschutz.

00:40:00: So hat man dann, wenn man Gewerkschaftsmitglied ist, diesen Schutz schon mit drin.

00:40:04: Der Schutz der GDP scheint da wirklich sehr, sehr gut zu sein.

00:40:07: Also da sind Personenschäden bis zehn Millionen drin, verlor eine Ausrüstungsgegenstände, Diensthunde, Schäden mit Dienstwagen, etc.

00:40:15: Die GEW für Lehrer hat auch so eine Art Amtshaftpflicht mit drin.

00:40:19: Die hat aber geringere Deckungsum, und da ist das Schlüsselrisiko nicht so gut abgesichert.

00:40:25: Das hatte ich mal für ein paar Lehrer geprüft.

00:40:26: Da muss man wirklich schauen, wie ist es jetzt an der eigentlichen Schule.

00:40:30: Es gibt Schulen, die haben so Chips, die man irgendwie aufladen muss und dann kommt man in jeden Raum.

00:40:35: Der kann aber auch gesperrt werden und dann ist der Schlüsselverlust überhaupt nicht teuer, dann ist er blöd, aber kostet nichts.

00:40:39: Dann reicht quasi die Haftpflicht der GEW.

00:40:42: Wenn ich jetzt aber, wie du sagst, Schließ in einem Gefängnis bin oder ich an der Schule arbeite, wo es extrem viele Schlüssel gibt und ich mit meinem Schlüssel eigentlich überall reinkomme und ich den jetzt verloren habe und jetzt müssen alle Schlüsse ausgetauscht werden und jeder Lehrer braucht neue Schlüssel

00:40:55: etc.,

00:40:57: dann wird das schon sehr, sehr teuer.

00:40:58: Das heißt, da mal reingucken und dann der eigenen Schule schauen, passt das?

00:41:01: oder wenn nicht, vielleicht noch die Diensthaftpflicht als separatenteil in die Privathaftpflicht mit reinnehmen.

00:41:08: Also wir haben jetzt Besoldung, Krankenversicherung, Dienstunfähigkeit und Haftpflicht abgedeckt.

00:41:14: Welche Versicherungen sind für Beamte denn noch wichtig?

00:41:17: Also vielleicht so stichwort Altersvorsorge.

00:41:19: Das ist ein guter Punkt, denn Beamte bekommen zwar deutlich höhere Altersankünfte als gesetzlich Rentenversicherte im Schnitt, aber sorglos zurücklegen würde ich mich damit nicht.

00:41:29: Denn die Pension eines Beamten bemisst sich wie gesagt aus den Dienstjahren und der Besoldung.

00:41:34: Also diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese, diese weniger.

00:42:03: Und wenn man sich das jetzt mal so runter rechnet, kommt man da vielleicht schon hin, dass man sagt, ah, ist vielleicht doch nicht so nett, wie ich gedacht habe.

00:42:11: Und davon muss ich vielleicht doch noch mal was tun.

00:42:13: So, als Beispiel, wenn das letzte Grundgehalt, fünftausend, einhundertfünfzig Euro war, also A-III mit Familie, ergibt das rund zwei tausend, siebhundertsiebzig Pensionen Brutto.

00:42:24: Davon gehen noch Steuern ab und ungefähr zehn Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung.

00:42:29: Das ist zwar höher als beim Durchschnittsbürger, würde ich jetzt mal sagen, und trotzdem mit zwei sieben... und Familie einigermaßen hinzukommen.

00:42:37: Vielleicht sind die Kinder schon aus dem Haus lag, aber da kann man ja spinnen.

00:42:40: Da ist ja vieles denkbar.

00:42:41: Ist das tatsächlich jetzt auch nicht so viel, finde ich auch.

00:42:44: Ich glaub, da würde ich auch noch was dazu haben wollen.

00:42:46: Zumal wäre ja immer davon sprechen, dass man den Lebensstandard ja auch anpasst.

00:42:49: Wenn ich so viel Geld vorher verdient hab, dann ist ja auch mein Lebensstandard entsprechend.

00:42:53: Das heißt dann auf einmal eine neue Wohnung zu suchen, mich bei Lebensmitteln etc.

00:42:57: einzuschränken.

00:42:59: Dann ist das vielleicht nicht so geil.

00:43:01: So regulär ist das Pensionsalter siebensechzig.

00:43:04: außer jetzt bei Polizei und Feuerwehr.

00:43:06: Und jetzt mal aus der Praxis.

00:43:09: Die durchschnittliche Beamtenpension liegt je nach Laufbahn zwischen zweitausend und dreitausend fünfhundert Euro brutto.

00:43:15: Also mehr als in der gesetzlichen Rentenversicherung.

00:43:18: Da hatten wir schon oft drüber gesprochen, aber auch nicht extrem üppig.

00:43:22: Das heißt, es kann durchaus sinnvoll sein oder ich halte es für durchaus sinnvoll, auch als Beamter, was fürs Alter zurückzulegen.

00:43:30: Denn da kommt das wieder das Thema Inflation, was wir schon oft besprochen haben.

00:43:36: Also zusammengefasst, Beamten-Pension ist deutlich besser als die normale Rente, aber auch kein rundum sorglos Paket.

00:43:43: Also ist da ganz deutlich geworden für meinen Geschmack.

00:43:47: Gerade Genetto, weil die ja auch voll versteuert werden, kann es weniger sein als erwartet.

00:43:52: Krankenversicherung und Steuern gehen ja auch weiterhin immer noch ab.

00:43:56: Ob die Dienstjahre erreicht sind oder nicht, das sei dann eben auch noch mal dahingestellt.

00:44:00: Also wer schafft schon seine vierzig Dienstjahre?

00:44:02: Deswegen lohnt sich offensichtlich die private Altersvorsorge, die man noch obendrauf packt.

00:44:07: Genau.

00:44:08: Also jetzt gibt es da diverse Möglichkeiten, sei es über das ETF-Sparen, über eine private Rentenversicherung oder auch wenn es denn sinnvoll ist, das Riestern, Beamte dürfen jetzt nämlich auch Riestern und einige tun das auch.

00:44:19: kann man da auf jeden Fall noch fürs Alter was draufpacken.

00:44:22: Das macht auf jeden Fall Sinn.

00:44:24: Und was mir da wieder einfällt, ist das Thema Pflegeversicherung.

00:44:28: Die ist übrigens per se auch für Beamtepflicht.

00:44:30: Also genauso wie in der privaten Krankenversicherung zahlt man da auch einen Teil für die Pflegeversicherung.

00:44:36: Aber auch da hatten wir in der Folge mit Birgamelmann darüber gesprochen, wie wichtig eigentlich eine Pflegeversicherung ist.

00:44:43: Das trifft natürlich darauf Beamte zu.

00:44:46: So, das war eine Menge Input, aber wenn ich das richtig sehe, ist da alles drin.

00:44:50: Ich glaube, wir haben es geschafft, oder?

00:44:51: Ich denke auch, mir wäre zumindest kein... Ich wüsste jetzt nicht, was wir vergessen haben.

00:44:56: Wenn dir

00:44:56: etwas einfällt, was wir vergessen haben, kannst du uns natürlich jederzeit auf allen Kanälen schreiben.

00:45:01: Ich fand trotz der Komplexität des Themas wieder sehr interessant.

00:45:05: Vielen Dank, Helena.

00:45:06: Sehr gerne.

00:45:07: Ich hoffe, dass wir damit den jungen Beamten oder den, die gerade eingestiegen sind, gerade was mitgeben können, um... am Anfang gut zu starten, die richtigen Versicherungen zu wählen, finanziell zu planen.

00:45:19: Und auch da, wenn ihr da wirklich konkrete Empfehlungen haben möchtet, eine konkrete Beratung, dann meldet euch gerne bei mir.

00:45:26: Den einen oder anderen Beamten habe ich durchaus schon versichert.

00:45:29: Ja, und damit sind wir am Ende der Folge.

00:45:31: Und wenn ihr Beamte kennt, die diese Folge hören sollten, dann schickt die doch einfach mal rüber.

00:45:37: Und ich sage tschüss, vielen Dank, Heline.

00:45:39: Sehr gerne.

00:45:40: Bis dann.

00:45:41: Tschüss.

00:45:42: Mit all diesen neuen Infos wirst du jetzt zur Verstärkung deines Umfelds.

00:45:47: Wenn du jetzt noch Fragen hast, schreib uns an verstärkung.verwendo.de.

00:45:52: Verwendo schreibt sich

00:45:53: Friedrich Anton

00:45:54: Ida-Richardt, Victor Emil Nordpol Dora Otto.

00:45:58: Die genaue Adresse findest du aber auch nochmal in den Show notes.

00:46:01: Lass uns gerne ein Abo da und bewerte uns auf Spotify, Apple Podcast und Co.

00:46:07: Bis zum nächsten Mal.

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